FAIRER Handel

“Durch den Fairen Handel wird die Welt nicht von heute auf morgen gerechter und besser. Aber er macht Hoffnung, dort und hier. Und die können wir brauchen.”

Erhard Eppler, ehem. Entwicklungshilfeminister (Quelle: TransFair)

Sinkende Rohstoffpreise, geringe Erlöse für die Produzenten, steigende Auslandsverschuldung und Raubbau an der Natur prägen die wirtschaftliche Situation vieler Länder des Südens. Aus der Kritik an diesen ungerechten Bedingungen der Weltwirtschaft kam Anfang der 70er Jahre, ausgehend von den Niederlanden, in Deutschland die Idee des fairen Handels auf.

Das Ziel des Fairen Handels ist die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kleinbauern und Handwerkern in Ländern der “Dritten Welt”. Durch gerechte Preise und faire Handelsbedingungen sollen die Handelspartner ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft sicherstellen können. Die Stärkung der Produzenten ermöglicht wichtige soziale, ökologische und politische Entwicklungen in benachteiligten Regionen.

Durch Einfluss auf Regierungen, internationale Organisationen und multinationale Konzerne fördert der Faire Handel gerechtere “Spielregeln” im internationalen Geschäft, denn viele Probleme der sogenannten Entwicklungsländer werden durch ungerechte Strukturen verschärft. Gleichzeitig will der Faire Handel die Menschen in Deutschland über die Lebensbedingungen der Menschen im Süden informieren und zu bewußtem Einkaufen ermuntern. Denn VerbraucherInnen haben Macht.

Im Supermarkt ist der Faire Handel verläßlich am TransFair-Siegel erkennbar.

Grundsätze des Fairen Handels

“Fairer Handel ist die effektivste Art der Entwicklungsförderung”

Europ. Parlament, 1998 (Quelle: Misereor)

Für den Begriff des Fairen Handels gibt es noch keine verbindliche Definition. Anders als z. B. der “Biologische Anbau” sind Fair Trade oder Fairer Handel keine gesetzlich geschützten Begriffe.

Als Mindeststandards für den Fairen Handel gelten die Maßstäbe für die Vergabe des TransFair-Siegels, als besonders strenge Richtschnur sind die Kriterien des Weltladen-Dachverbands anzusehen (siehe dort).

Zusammengefaßt gelten für alle anerkannten Organisationen des fairen Handels folgende Grundsätze:

  • Verbindung von Handel und Bewußtseinsbildung
  • Direkte Zusammenarbeit mit Kleinproduzenten
  • Zahlung fairer Preise und Vorfinanzierung auf Anfrage
  • Produktentwicklung und Beratung
  • Unterstützung von Verarbeitung und Verpackung im Erzeugerland
  • Langfristige Lieferbeziehungen
  • Förderung des ökologischen Landbau

(Quelle:FairTrade)

Organisationen des Fairen Handels

fair: englisch für ehrlich, offen, aufrichtig, gerecht, anständig

Die Basis des fairen Handels bilden die rund 800 Weltläden in Deutschland. Ihre Interessen vertreten sie im Weltladen-Dachverband.

Aus der Bewegung des Fairen Handels entstanden in den 70er Jahren die ersten Importorganisationen des fairen Handels. Zur Zeit gibt es in 16 europäischen Ländern ca. 70 größere alternative Handelsorganisationen (ATOs), außerhalb Europas arbeiten ATOs in Australien, Kanada, Japan und den USA.

El Puente (“die Brücke”) und dritte-welt-partner bieten ihre fair gehandelten Produkte über die rund 800 Weltläden in Deutschland und online über das Internet (siehe Links) an. Die gepa vertreibt darüber hinaus Waren im Einzel- und Versandhandel (Misereor, Otto). Auch Großverbraucher wie Krankenhäuser, Behörden oder Kantinen gewinnen an Bedeutung. (Quelle: FairTrade)

Anfang der 90er Jahre schlossen sich zahlreiche entwicklungspolitische Organisationen zum TransFair e. V. zusammen. TransFair vergibt das sogenannte TransFair-Siegel, das einheitliche Qualitätssiegel für fairen Handel.