Fairer Handel – Entwicklung

erste Schritte

Sinkende Rohstoffpreise, geringe Erlöse für die Produzenten, steigende Auslandsverschuldung und Raubbau an der Natur prägen die wirtschaftliche Situation vieler Länder des Südens. Aus der Kritik an diesen ungerechten Bedingungen der Weltwirtschaft kam Anfang der 70er Jahre, ausgehend von den Niederlanden, in Deutschland die Idee des fairen Handels auf.
Aus den Protesten entwickelte sich die „Aktion Dritte Welt Handel“, die aus Dritte-Welt-Gruppen bestand, die unter dem Motto „Lernen durch Handel“ zunächst auf Märkten aber bald schon in Weltläden fair gehandelte Produkte zum Kauf anbot. 1978 gab es in Deutschland bereits 100 Weltläden. Derzeit gibt es rund 800 solcher Läden in ganz Deutschland.

 

Faire Importorganisationen

Um den Warenvertrieb der fair gehandelten Erzeugnisse zu erleichtern wurden Importorganisationen wie GEPA, El Puente, dwp eG oder BanaFair gegründet. Die Organisationen betreuen und unterstützen ihre Projektpartner in den benachteiligten Wirtschaftsregionen und kümmern sich darum die Produkte auf dem deutschen Markt abzusetzen und den Fairen Handel populär zu machen.

 

Kampagnen

Die Fairhandelsbewegung beschränkte sich nie auf den Handel. Schon in den frühen 70er Jahren machten sie mit Kampagnen, wie dem Verkauf von Indiokaffee unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ oder der Aktion „Jute statt Plastik“ auf Missstände in Politik, Entwicklungshilfe und auf bedenkliches Konsumverhalten aufmerksam. 1975 riefen sieben Weltläden den Weltladen-Dachverband ins Leben um die Interessen der Läden und Aktionsgruppen zu vertreten.

 

Siegelinitiativen

Die Kaffeekrise Anfang der 90er stellte die Fairhandelsorganisationen vor die Herausforderung neue Vermarktungsmöglichkeiten für fair gehandelte Güter zu erschließen. Um Lebensmittel in den Supermarktregalen als Erzeugnisse des Fairen Handels auszuweisen, wurde 1992 das TransFair (heute FairTrade) Gütesiegel entwickelt. Mittlerweile hat sich die Siegelorganisation FairTrade mit anderen nationalen Gütesiegelinitiativen zur Fairtrade Labelling Organization International (FLO) zusammengeschlossen, um einheitliche Standards festzulegen und deren Kontrolle zu ermöglichen.
Mehr Informationen auf www.fairtrade.de